Vor vielen Jahren war ich in unserer Gegend zweimal bei einem Vortrag von Udo Baer zum Thema Demenz. Was mich damals tief beeindruckt hat war die Haltung, mit der er von diesen Menschen und dem Umgang mit ihnen gesprochen hat. Menschen, die stark von Demenz gezeichnet sind, die sich selbst kaum noch erkennen und trotzdem mit vollständiger Würde wahrgenommen und behandelt werden.
Das hat sich in mich eingeschrieben.
Dieselbe Würde spüre ich in seinen Büchern, die er gemeinsam mit Gabriele Frick-Baer schreibt und auch in diesem, das er alleine verfasst hat. Es geht um die Leere, an der wir leiden und die so viele Formen annehmen kann. Zum Beispiel diese Leere, wenn wir uns anlehnen wollen, aber niemand da ist. Oder, wenn alles da ist, und dennoch irgendetwas fehlt. Ein Thema, das viele kennen – für das aber kaum jemand Worte findet.
Als das Buch 2024 erschien, war ich sehr interessiert. Ich kenne die Leere aus verschiedenen Phasen in meinem Leben und habe mich mit den Beschreibungen darin wiederfinden können.
Was mich sehr berührt, steckt im Untertitel: „Wie wir der Leere begegnen und unser Herz heilen können.“ Wir können dieser Leere begegnen. Und wir können dem Ruf unseres Herzens folgen.
Das Gegenteil von Leere ist Begegnung.
Aus dem Klappentext
Foto: chatgpt; Cover: Klett-Cotta