Gelesen, gehört, gedacht: Das Drama der Leere – Udo Baer

Gelesen, gehört, gedacht: Das Drama der Leere – Udo Baer

Vor vielen Jahren war ich in unserer Gegend zweimal bei einem Vortrag von Udo Baer zum Thema Demenz. Was mich damals tief beeindruckt hat war die Haltung, mit der er von diesen Menschen und dem Umgang mit ihnen gesprochen hat. Menschen, die stark von Demenz gezeichnet sind, die sich selbst kaum noch erkennen und trotzdem mit vollständiger Würde wahrgenommen und behandelt werden.

Das hat sich in mich eingeschrieben.

Dieselbe Würde spüre ich in seinen Büchern, die er gemeinsam mit Gabriele Frick-Baer schreibt und auch in diesem, das er alleine verfasst hat. Es geht um die Leere, an der wir leiden und die so viele Formen annehmen kann. Zum Beispiel diese Leere, wenn wir uns anlehnen wollen, aber niemand da ist. Oder, wenn alles da ist, und dennoch irgendetwas fehlt. Ein Thema, das viele kennen – für das aber kaum jemand Worte findet. 

Als das Buch 2024 erschien, war ich sehr interessiert. Ich kenne die Leere aus verschiedenen Phasen in meinem Leben und habe mich mit den Beschreibungen darin wiederfinden können. 

Was mich sehr berührt, steckt im Untertitel: „Wie wir der Leere begegnen und unser Herz heilen können.“ Wir können dieser Leere begegnen. Und wir können dem Ruf unseres Herzens folgen.

Das Gegenteil von Leere ist Begegnung.

Dr. Udo Baer

Aus dem Klappentext

Wir alle kennen das Gefühl der Leere. Manchmal ist es die süße Leere der Entspannung, nach der wir uns sehnen, wenn wir zu voll und überfordert sind. Doch häufiger begegnen wir der Leere, an der wir leiden. Wenn wir uns anlehnen wollen, aber da ist niemand. Wenn wir gehört werden wollen, aber wir werden überhört oder übertönt. Wenn wir die Hand ausstrecken, aber ins Leere greifen. Wenn alles da ist, aber dennoch irgendetwas fehlt. Diese Erfahrungen schmerzen. Wenn sie sich wiederholen oder dauerhaft anhalten, werden sie zum Drama der Leere.
 
Udo Baer beschreibt in diesem Buch die unterschiedlichen Facetten der Leere und wie die Leere zwischen den Menschen entsteht und zu einer inneren Leere werden kann. Er stellt auf dem Hintergrund seiner 35-jährigen Erfahrung als Therapeut und Pädagoge die Folgen der Leere-Erfahrungen dar und was konkret dagegen hilft.

Foto: chatgpt; Cover: Klett-Cotta