Wir haben einen dieser heißen Tage, wo ich nicht drumherum komme, zusätzlich zu gießen. An diesen Tagen reicht auch nicht die Gießkanne; ich greife dann gerne zum Wasserschlauch.
Ich bin mir bewusst, dass es ideal ist, den Wasserschlauch aufzuhängen – eine wundervolle Ordnung. Stets bereit zum Gießen und das mit voller Kraft. Dann gäbe es allerdings diese kleine Geschichte nicht.
Als ich heute gießen wollte, lag dieser Schlauch auf der Terrasse. Ursprünglich noch mit einem anderen Arbeitsgerät verbunden, hatte er sich über die Zeit verknotet. Anfangs sah ich das nicht. Alles hätte auch übereinander liegen können.
So konnte ich alles, was in der Nähe wuchs, war gut gießen. Schlauch und Wasser taten ihr Werk – bis zu dem Punkt, an dem es nicht mehr weiterging. Der Knoten zeigte sich in voller Kraft und gab keinen Zentimeter nach. Das Wasser lief zwar weiter voll durch (auch das hätte anders sein können), aber es erreichte einfach nicht die Pflanzen, für die es gedacht war.
Ich wusste sofort: Ich hätte vorher schauen sollen. Noch früher hätte ich den Wasserschlauch aufhängen sollen. Hinterher weiß „man“ das immer.
Während ich mich daran machte, den Knoten aufzulösen, dachte ich: wie oft ist das so. Irgendwo staut sich etwas – Energie, Gefühle, Gedanken – und wir merken es erst, wenn nichts mehr richtig fließt, oder nicht mehr im gedachten Sinne. Meistens haben wir auch eine Idee, was anders sein müsste, damit alles wieder seinen guten Gang geht.
Hier im Garten wusste ich mir zu helfen.
Aber weißt du, wo bei dir der Knoten ist? Und kommst du alleine ran?
Wenn nicht – genau dafür bin ich da.

Foto: KI-generiert
„Manchmal merkt man den Knoten erst, wenn nichts mehr ankommt.“