Der Sternewerfer

Die Geschichte von dem Sternewerfer wurde von Loren Corey Eiseley, literarischer Naturwissenschaftler (1907 – 1977), verfasst. Loren Eisely beschreibt in seinem Buch „The Star Thrower“ wie er eines Morgens am Strand spazieren ging und eine Beobachtung machte, die sein Leben stark beeinflusste:

Die Begegnung

Die Flut hatte in der Nacht Tausende von Seesternen an den Strand gespült. Eiseley sah einen Jungen im Sand knien, der einen Seestern nach dem anderen aufsammelte, um ihn dann ins Meer zurückzuwerfen.

Nachdem er dem Jungen einige Minuten zugeschaut hatte, fragte Eiseley ihn, was er da tue. Der Junge richtete sich auf und antwortete: „Ich werfe Seesterne ins Meer zurück. Es ist Ebbe und die Sonne brennt herunter. Wenn ich das nicht tue, dann sterben sie.“

Eiseley schaute verwundert und beschloss, dem Jungen klar zu machen, dass seine Aktivität sinnlos war.

Er sagte: „Aber junger Mann, ist dir eigentlich klar, dass hier Kilometer um Kilometer Strand ist? Überall liegen Seesterne herum. Die kannst du unmöglich alle retten, das hat doch keinen Sinn!“

Der Junge hörte höflich zu, bückte sich, nahm einen weiteren Seestern auf, warf ihn ins Meer zurück, lächelte und sagte: „Aber für diesen hat es einen Sinn.“

Fragen zum Nachdenken

Die Geschichte von dem Sternewerfer erinnert mich daran, wie oft wir uns auch mal ohnmächtig und handlungsunfähig fühlen können. Vielleicht, weil ein Thema oder eine Aufgabe angesichts der Größe oder Komplexität für uns als einzelne Person schwer zu bewältigen scheinen.

Verbunden mit diesen Gedanken ist auch die Erinnerung an den Domino-Effekt, den ich vor vielen Jahren bei youtube gesehen habe (Stephen Morris: Domino Chain Reaction (geometric growth in action)).

Wenn wir nur die größte weiße Platte sehen und die allererste kleine Platte – wie sollte „man“ meinen, dass die kleine die große Platte zum Umfallen bringen würde? Doch sieh selbst:

Die zu diesem Video zugehörige Ausgangsfrage lautet:

„Was ist die eine Sache, die ich tun kann, dass dadurch alles andere einfacher oder unnötig wird?“ Oder anders gefragt: „Was bewegt mich in der Welt oder in meinem Leben und wünsche mir Verbesserung?“

Was wäre eine kleine Veränderung, die ich herbeiführen kann? Jetzt?

Vielleicht hilft dir schon die Erinnerung daran, welch einen Unterschied es machen kann, wenn uns jemand wirklich anschaut und uns ein freundliches Lächeln schenkt.

Mehr Informationen über Loren Eisely:

Zeichnung/Foto:. Annedore Liebs-Schuchardt

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